Klingenstadt wird Vorreiter für ökologische Mobilität!

Am 24. April nahmen die Solinger in Berlin den Förderbescheid entgegen, am 28. April stellten die Klingenstadt, die Stadtwerke Solingen, die Bergische Uni Wuppertal und die weiteren Projektpartner die Einzelheiten den Medien vor. Oberbürgermeister Tim Kurzbach ist überzeugt: “Die Klingenstadt wird zum Vorreiter für zukunftsweisende ökologische Mobilität!”

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Das Kürzel BOB steht für „Batterie-Oberleitungs-Bus“, einem neuartigen O-Bus-Typ, der als rollende Batterie in der Lage ist, auch ohne ständige Verbindung zur Oberleitung unterwegs zu sein. Ziel des Forschungsprojekts, an dem auch die Bergische Universität Wuppertal beteiligt ist, ist es, das Solinger O-Bus-Netz, das größte Deutschlands, dank der neuen Busse mit dem städtischen Stromverteilnetz zu verknüpfen und zu einem Smart-Trolleybus-System

(STS) umzuwandeln. „Damit wird es erstmals möglich, bislang durch Dieselbusse bediente Linien komplett elektrisch und emissionsfrei zu befahren.“ freut sich Conrad Troullier, Geschäftsführer der Stadtwerke Solingen. Dies ist in der Bundesrepublik so bisher einzigartig.

Umgesetzt wird das Projekt mit dem offiziellen Namen: „Mit dem Batterie-Oberleitungs-Bus (BOB) und der intelligenten Ladeinfrastruktur zum emissionsfreien ÖPNV“ von einem Konsortium, das aus den Stadtwerken Solingen, den SWS Netze Solingen, der Stadt Solingen, der Bergischen Universität Wuppertal, der Bergischen Gesellschaft für Ressourceneffizienz (Neue Effizienz), der Wuppertaler NetSystem GmbH und der Voltabox Deutschland GmbH aus Delbrück besteht. Die Leitung des Konsortiums liegt bei den Stadtwerken Solingen (SWS). Knapp drei Millionen Euro steuern die Stadtwerke selbst zu dem Projekt bei, vor allem für die Anschaffung der ersten vier neuen „BOB“ zum Stückpreis von rund 850.000 Euro.

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Bis 2021 soll der Stadtwerkefuhrpark im Rahmen der notwendigen Ersatzbeschaffung, der insgesamt 50 Elektro-Gelenk-O-Busse zählt, auf zwanzig „BOB“-Busse anwachsen. Allein die 1.000 Kilo schwere, flüssigkeitsgekühlte Batterie kostet 100.000 Euro. „Smart“ werden die Solinger Trolleybusse vor allem deshalb, da sie nicht mehr lediglich Energieverbraucher sind, sondern zu mobilen Stromspeichern und selbst zu Stromerzeugern werden. Z.B. kann die beim Bremsvorgang freigesetzte Energie wieder in das Netz einspeist werden. Über das STS wird zudem Energie dort zur Verfügung gestellt, wo sie gebraucht wird. Überlegt wird im Bergischen auch, nach und nach weitere stationäre Stromspeicher, Photovoltaik-Anlagen und Ladestationen für eBikes und Elektrofahrzeuge in das System einzubinden. Durch die damit gewonnene Flexibilität von Energieangebot und -nachfrage werden Übertragungsverluste minimiert und die Energieeffizienz des elektrischen Personennahverkehrs insgesamt gesteigert.

UnterderMotorhaubeDort wo aktuell der Motor sitzt, soll zukünftig die Batterie verbaut sein.

Der Solinger Oberbürgermeister Tim Kurzbach ist vom „BOB“ begeistert: „Wer das Auto stehen lässt und Bus fährt, handelt schon heute verantwortlich, weil er die Umwelt schont. Mit dem Batterie-O-Bus erreichen wir aber ganz neue Dimensionen. Das lohnt sich bereits schon ab dem ersten BOB in Solingen. Durch seinen Einsatz auf der Teststrecke werden nach Berechnungen der Stadtwerke 334 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Und den Solingerinnen und Solingern wird viel Feinstaub erspart. Die Klingenstadt wird zum Vorreiter für zukunftsweisende ökologische Mobilität!“